Verkehrsfreigabe der K 20: Megaprojekt sieben Monate früher abgeschlossen
28.9.2026
- STRABAG und ZÜBLIN stellen bedeutendes Brückenbauprojekt vorzeitig fertig
- Erweiterung wichtiger Verkehrsachse von sechs auf acht Spuren
- BIM erstmals im Brückenbau in großem Maßstab
Die K 20, eines der technisch und logistisch anspruchsvollsten Autobahnprojekte Deutschlands, ist für den Verkehr freigegeben – durch den Einsatz innovativer Lösungen ganze sieben Monate früher als geplant. Im Auftrag der DEGES hat STRABAG die Hochstraße Elbmarsch als Teil der A 7 seit 2020 von sechs auf acht Spuren erweitert. Am Samstag, den 26.9.2026 wurde unter Anwesenheit von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger die Strecke offiziell für den Verkehr freigegeben. Die Hochstraße Elbmarsch ist Deutschlands längste Autobahnbrücke. Sie führt durch den Hamburger Hafen, der einer der bedeutendsten Umschlagplätze für den internationalen Warenverkehr ist.
Komplexer Brückenbau bei laufendem Verkehr
Die bestehende Hochstraße stammt aus den 1970er-Jahren und war angesichts des heutigen Verkehrsaufkommens von mehr als 100.000 Fahrzeugen pro Tag an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt. Im Rahmen der Erweiterung wurden umfangreiche Eingriffe in die bestehende Brückenkonstruktion vorgenommen. Die insgesamt 3,84 Kilometer lange Strecke überquert elf Straßen, zwei Bahntrassen sowie ein Hafenbecken und wird von nahezu 1.000 Stützen getragen. Für den Ausbau wurden 177 Stützen neu gegründet und errichtet. Besondere Anforderungen stellten der Rück- und Neubau von zehn sogenannten Megastützen dar. Die Arbeiten erfolgten auf engem Baufeld und bei laufendem Verkehr.
Neue Wege für ein Megaprojekt
Zur Koordination der komplexen Bauabläufe kam die digitale Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) zum Einsatz. Mithilfe eines digitalen Modells konnten Planungs-, Bau- und Logistikprozesse aufeinander abgestimmt sowie potenzielle Konflikte zwischen Baugeschehen und Verkehrsführung frühzeitig erkannt werden. In dieser Größenordnung setzte STRABAG BIM im Brückenbau zum ersten Mal ein.
Für den Rück- und Neubau der Stützen und die Aufrechterhaltung des Verkehrs wurde außerdem ein modulares Überfahrbauwerk des Typs MAURER Modular Bridging System (MMBS) eingesetzt. Die temporäre Konstruktion ermöglichte die Durchführung zentraler Bauabschnitte bei gleichzeitigem Erhalt der Verkehrsleistung. Lediglich für den Einbau des Systems waren kurzzeitige Sperrungen erforderlich.
| Bauzeit | 5/20 – 9/26 |
| Auftraggeberschaft | DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH |
| Streckenlänge | 3,84 km |
| Brückenfläche | 188.000 m2 (so groß wie 26 Fußballfelder) |
| Querungen | 11 Verkehrswege + 2 Bahntrassen + 1 Hafenbecken |
| Stützen | Rund 1.000 Stützen tragen die Hochstraße, davon 177 Stützen neu gegründet und gebaut |
| Hohlkastenträger | 195 - bis zu 59 m lang |
| Megastützen | 10 (rück- und neu gebaut bei laufendem Verkehr) |
| Verkehrszeichenbrücken | 19 neu errichtet - bis zu 43,5 m lang / 41 t schwer |
| Weitere Details | Komplett erneuertes Brückenentwässerungssystem 4 Regenrückhaltebecken und 5 Pumpbecken inkl. technischer Ausstattung |